Arm sein in Deutschland
Da Ryuu und Distel sich grad austauschen häng ich mich mal gleich mit dran :o)
Das schlimmste am arm sein find oder lieber gesagt fand ich, die soziale Ausgrenzung. Genau wie Ryuu das beschrieben hat mit dem immer wieder absagen müssen, ne kann nicht, hab kein Geld. Man merkt einfach das dies nicht wirklich gern gesehen wird wenn das öfter vor kommt.
Wenn dann auch noch so einschlägige Tageszeitungen mit fetter Schlagzeile a la "So zocken Hartz IV Empfänger uns ab" titeln ist es kein Wunder das viele Menschen sich ihrer Armut wegen schämen....
Meine Mutter hatte ein paar Jahre einen Quelle Shop, bis sie pleite ging, ihre Kunden waren meist "arme" Menschen die unbedingt den neuesten Kram brauchten und natürlich Markenklamotten, alles auf Pump. Nur damit man nach außen hin mithalten kann obwohl einen der Arsch auf Grundeis geht.
Wenn man mal was auf Kredit kauft ist das ja kein Ding aber sobald man die Übersicht verliert und der eine Kredit den anderen ablöst, stimmt was ganz gewaltig nicht.
Im letztem Jahr war ich auf einem Vortrag von Christoph Butterwegge zu dem Thema Kinderarmut in Deutschland (im Anschluß haben mein Freund und ich diese Aktion gestartet).
Da ist mir auch aufgegangen was das eigentlich bedeutet für jeden von uns und wie schlimm das noch werden wird!
Letzte Woche bekam ich mal wieder Post vom LVA- der Landesversicherungsanstalt, kennt ihr sicherlich, da steht drin was man vorraussichtlich an Rente bekommen wird, naja, wenn wir sie denn mal bekommen sollten, wovon ich ehrlich gesagt nicht ausgehe, jedenfalls ist es zuwenig viel zuwenig, es muß ja auch noch die jährliche Inflation berechnet werden und im Jahr 2042 ist die Summe nur noch die Hälfte wert.
Nun sagt der Staat ich soll privat vorsorgen damit ich im Alter auch Geld hab dann frag ich mich nur wovon soll ich was sparen ihr Idioten! Vom Minijob? Wenns nicht so traurig wär würd ich mich totlachen.....
Also kann man als armer Mensch zwar seine Würde und seinen Stolz behalten, es als "alternativen Lifestyle" ansehen doch leider sieht es in der Praxis jetzt und in Zukunft arg anders aus. Leider.
Und ehrlich gesagt finde ich das man versuchen sollte dagegen etwas zu tun anstatt es als gegeben hinzunehmen, nicht das es Distel so ausgedrückt hätte aber es ist ja schon was anderes wenn ich arm und glücklich bin oder ob ich mittelständisch und glücklich bin. Denn ich denke wir sind uns einig das in diesem Land, wie auch in eingien anderen was an der Wirtschaft nicht stimmt.
Wenn das mehr Leute realisieren würden säh das sicher schon anders aus, ob es allerdings aufzuhalten ist kann ich nicht beurteilen.
Fakt ist, das Armut ätzend ist und noch ätzender ist es wenn Menschen danebenstehen und das verurteilen obwohl sie morgen selber als arm gelten könnten.
Das schlimmste am arm sein find oder lieber gesagt fand ich, die soziale Ausgrenzung. Genau wie Ryuu das beschrieben hat mit dem immer wieder absagen müssen, ne kann nicht, hab kein Geld. Man merkt einfach das dies nicht wirklich gern gesehen wird wenn das öfter vor kommt.
Wenn dann auch noch so einschlägige Tageszeitungen mit fetter Schlagzeile a la "So zocken Hartz IV Empfänger uns ab" titeln ist es kein Wunder das viele Menschen sich ihrer Armut wegen schämen....
Meine Mutter hatte ein paar Jahre einen Quelle Shop, bis sie pleite ging, ihre Kunden waren meist "arme" Menschen die unbedingt den neuesten Kram brauchten und natürlich Markenklamotten, alles auf Pump. Nur damit man nach außen hin mithalten kann obwohl einen der Arsch auf Grundeis geht.
Wenn man mal was auf Kredit kauft ist das ja kein Ding aber sobald man die Übersicht verliert und der eine Kredit den anderen ablöst, stimmt was ganz gewaltig nicht.
Im letztem Jahr war ich auf einem Vortrag von Christoph Butterwegge zu dem Thema Kinderarmut in Deutschland (im Anschluß haben mein Freund und ich diese Aktion gestartet).
Da ist mir auch aufgegangen was das eigentlich bedeutet für jeden von uns und wie schlimm das noch werden wird!
Letzte Woche bekam ich mal wieder Post vom LVA- der Landesversicherungsanstalt, kennt ihr sicherlich, da steht drin was man vorraussichtlich an Rente bekommen wird, naja, wenn wir sie denn mal bekommen sollten, wovon ich ehrlich gesagt nicht ausgehe, jedenfalls ist es zuwenig viel zuwenig, es muß ja auch noch die jährliche Inflation berechnet werden und im Jahr 2042 ist die Summe nur noch die Hälfte wert.
Nun sagt der Staat ich soll privat vorsorgen damit ich im Alter auch Geld hab dann frag ich mich nur wovon soll ich was sparen ihr Idioten! Vom Minijob? Wenns nicht so traurig wär würd ich mich totlachen.....
Also kann man als armer Mensch zwar seine Würde und seinen Stolz behalten, es als "alternativen Lifestyle" ansehen doch leider sieht es in der Praxis jetzt und in Zukunft arg anders aus. Leider.
Und ehrlich gesagt finde ich das man versuchen sollte dagegen etwas zu tun anstatt es als gegeben hinzunehmen, nicht das es Distel so ausgedrückt hätte aber es ist ja schon was anderes wenn ich arm und glücklich bin oder ob ich mittelständisch und glücklich bin. Denn ich denke wir sind uns einig das in diesem Land, wie auch in eingien anderen was an der Wirtschaft nicht stimmt.
Wenn das mehr Leute realisieren würden säh das sicher schon anders aus, ob es allerdings aufzuhalten ist kann ich nicht beurteilen.
Fakt ist, das Armut ätzend ist und noch ätzender ist es wenn Menschen danebenstehen und das verurteilen obwohl sie morgen selber als arm gelten könnten.
Nenya - 9. Sep, 07:38




wow..
Find ich ja gut.
Naja, wie schon richtig erkannt, ich meinte halt genau nicht, daß man Armut als "Lifestyle" ansehen kann. Armut ist kein Lifestyle. Wenn ein Leben, das andere als "arm" ansehen würden, selbst gewählt ist, und man damit glücklich ist, ist es keine Armut mehr... also wenn man es bereichernd findet. Obwohl ich z.b. das Problem mit der Rente auch habe, das ist wohl wahr.
Mein Problem mit dem "mittelständisch und glücklich" sein ist, daß man sich dafür für meine Begriffe echt halb totarbeiten muss. Was doch nett wäre, wäre Wohlstand und trotzdem Zeit haben und eben nicht den GANZEN Tag rackern gehen. Und das Schlimme ist, manche müssen sich halb totarbeiten und sind noch nicht mal weniger arm dadurch! Es gibt so viele Menschen, die arbeiten Vollzeit und benötigen trotzdem noch ergänzende Sozialhilfe, das ist absolut eine Schweinerei, finde ich!!
leider können es sich viele halt nicht leisten....
Eine Familie mit Kindern hat ja ganz andere Bedürfnisse, auch wenn man noch so anders lebt.
Das mit dem totarbeiten seh ich absolut genauso! Ich seh auch nicht ein fürn Euro arbeiten zu gehen und nein auch nicht für 5, denn das sind genau die Ausbeuter und die unterstütze ich nicht! Leider haben andere keine Wahl und nehmen jeden noch so mies bezahlten Job an oder gehen Flaschen sammeln, das ist echt ein Unding.
Mein Freund hat fertig studiert und arbeitet jetzt in einer Firma in der er im jedem Vierteljahr 1 Woche unbezahlt arbeiten muß um den Standort bis 2011 zu sichern und die Leute nicht arbeitslos werden. Sein Verdienst ist in Ordnung und die tägliche 45min ohne Lohn arbeiten fällt nicht weiter auf aber trotzdem ist das meiner Ansicht nach nicht in Ordnung und wer weiß was nach 2011 passiert....
Nochmal zum mitschreiben: Ich sehe mich nicht als arm! Ich finde, ich bin stinkreich!
Ich sage nicht, daß Arme reich sind oder daß ich arm bin...
ich hab dich schon verstanden...
ich bin auch nicht arm.
Dennoch wollte ich erwähnen das es drauf ankommt wie das Umfeld drauf reagiert und wo man arm ist.
In Südamerika tun sich die Menschen zusammen, z.b. die Straßenkinder und bilden sowas wie Gewerkschaften um ihr Überleben zu sichern, sowas gibts hier gar nicht. Jeder arme Mensch ist als Einzelkämpfer unterwegs und wird ständig mit dem Reichtum der anderen konfrontiert und zu einem Schmarotzer abgestempelt.
Un daher kann ich es gut nachvollziehen wenn man sich irgendwann schämt und sogar ein schlechtes Gewissen bekommt weil man auf Geld vom Staat angewiesen ist, hab ich auch im Freundeskreis.
Das ist Fakt. Hast du ja auch geschrieben, nur sag ich das der Druck von außen so schwer ist das ich alleine daran nix ändern kann und daher ist das so.
Das stimmt..
Ein bissel Soli und Zusammenhalten unter Armen wäre für den Anfang wirklich gut.
dass es jobs gibt, und deren existenz auch noch gerechtfertigt wird, die es einem nicht gestatten, davon leben zu können, ist ein deutliches zeichen für die soziale armut in unserem land. aber hauptsache, die statistik liest sich gut ... :(
wofür ich eher weniger verständnis habe, ist selbstverschuldete armut. also wie im beitrag schon gesagt, wo laufend auf pump gekauft wird, und irgendwann die schuldenfalle zugeschnappt ist. auch dann gibts noch mittel und wege, da wieder rauszukommen. wenn man es denn begreift, dass da handlungsbedarf ist...
dass man sich wegen der armut schämt, kann ich gut nachvollziehen. mir ging es zeitweise auch schon finanziell mies, und wurde von "freunden" als geizig betrachtet. weil ich halt einfach kein geld ausgegeben habe, das ich eben nicht hatte.
ein weites feld, intressantes thema... ich hoff, das spinnt sich noch bissl weiter..
grüsslies
zaubi